Der Böhmerwald Heimatbrief

Bayerischer Wald und Böhmerwald/Sumava – ein Service vom Böhmerwäldler Heimatkreis Prachatitz e .V.

Sablat

Sablat

Sablat
Gerichtsbezirk Prachatitz
249 ha Fläche
422 Einwohner (mit einer Einschichte)
590 m Seehöhe
Sablat wird erstmalig in einer Urkunde vom 6. Januar 1336 unter dem Namen „Villa Zablate“ genannt und 1337 von König Johann die Fontine (Goldbergwerk) an die Peter von Rosenberg verpfändet.
Von diesem Bergwerk hat Sablat das Wappen (Fackel und Bergkeule gekreuzt). Um 1340 kam Sablat zur Herrschaft Gans, die den Janowitzern gehörte. Im selben Jahr wird auch die Pfarrkirche erwähnt. Mit Urkunde vom 30. Oktober 1400 erlaubte König Wenzel dem Siegmund Huller von Orlik Sablat zu befestigen, eine Straße nach Passau zu bauen und Märkte abzuhalten. Sablat erhielt Piseker Recht und damit die eigene Gerichtsbarkeit.
Die Sablater trieben auf der neuen Straße fleißig Tauschhandel. Für Korn, Weizen und Kornschnaps tauschten sie in Passau Salz ein. Der Handel blühte und die Sablater freuten sich des Gewinnes; ein Ausfall für die Prachatitzer. Sie verklagten die Sablater beim herrschaftlichen Gerichte. Die Sablater verloren den Prozess und mussten zur Strafe den „Roten Turm“ in Prachatitz auf eigene Kosten erbauen. Mit Urkunde vom Jahre 1580 erhielt Sablat von Wilhelm von Rosenberg das Braurecht verliehen. Das Bräuhaus war das „Faberhaus“.
Vom 14. bis 16. Jahrhundert soll der Goldbergbau betrieben worden sein. Im Aubach in der Soletiner Au haben einst die Sablater Gold gewaschen.
Im Jahre 1565 wird zum erstenmal die Schule genannt. 1646 erbaute der Magistrat die Gutwasserkapelle (Grindschädl). Mit Urkunde vom 3. Juli 1685 erhielten die Sablater zum St.-Catarinae-Markt die Jahrmärkte am Kreuzfindungstag und am St.-Johannis-Enthauptungstag bewilligt.
Über die folgenden Jahrzehnte und Jahrhunderte sind keine Aufzeichnungen auffindbar.
Das altertümliche Aussehen des Ortes hat durch Brände sehr gelitten. Im Jahre 1865 brennt Sablat zur Hälfte ab. Am 5. Juli 1874 brennt der ganze südliche Teil (52 Häuser) des Marktes nieder. Zwei Jahre später wurde die freiwillige Feuerwehr gegründet, gut ausgestattet und von Zeit zu Zeit der Entwicklung angepaßt. 1889 brannten zwei Häuser ab und im Jahre 1909 zerstörte am 25. Juli ein Großbrand die alten Goldwäscherhäuser (Unterörtl) 27 Häuser.

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