Der Böhmerwald Heimatbrief

Bayerischer Wald und Böhmerwald/Sumava – ein Service vom Böhmerwäldler Heimatkreis Prachatitz e .V.

Eleonorenhain

Eleonorenhain

Eleonorenhain
Gerichtsbezirk Winterberg, zur Gemeinde Obermoldau gehörend

746 Einwohner
732 m Seehöhe
Als letzte Ortschaft im Gerichtsbezirk Winterberg wurde 1834 vom Glasfabrikanten Johann Meyr Eleonorenhain gegründet.
Der Winterberger Hüttenherr erbaute dort eine moderne Glasfabrik, die nach der Gattin des damaligen Fürsten zu Schwarzenberg Eleonore, geb. Prinzessin zu Liechtenstein, „Eleonorenhain“ genannt wurde. Unter der Glasfabrikantenfamilie Kralik Ritter von Meyerswalden erlangten die Erzeugnisse der Eleonorenhainer Hütte Weltruf und wurden wiederholt auf internationalen Ausstellungen und Messen prämiiert. „Kein heimisches Erzeugnis hat den Namen unseres Landes so weit in die Welt getragen wie das böhmische Glas“, schrieb einmal Rudolf Kubitschek, und er meinte das Glas aus dem Böhmerwald. Dort fand die Kunst des Glasmachens schon im Mittelalter günstige Standorte, denn da waren die nötigen Rohstoffe, Holz und Quarz, reichlich vorhanden. Im 16. Jahrhundert arbeiteten in den Wäldern um den Kubani mindestens sieben, im 17. Jahrhundert acht Glashütten, darunter die Stögerhütte bei Wallern. Weltruf erlangten dann die Erzeugnisse der Glasfabriken Adolf bei Winterberg (seit 1816) und Eleonorenhain (seit 1834).
1885 erbaute der Glasindustrielle Heinrich Ritter Kralik v. Meyrswalden und seine Ehefrau Agnes das Touristenhaus. Es war eines der ersten Ferienzentren Südböhmens überhaupt. In dem mit Jagdtrophäen originell ausgestalteten Speisesaal des Touristenhauses spielte sich auch das rege gesellschaftliche Leben der Ortschaft Eleonorenhain ab.

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