Der Böhmerwald Heimatbrief

Bayerischer Wald und Böhmerwald/Sumava – ein Service vom Böhmerwäldler Heimatkreis Prachatitz e .V.

Chrobold

Chrobold

Chrobold
Gerichtsbezirk Prachatitz
1164 ha Fläche
741 Einwohner (mit Goldbach-Bhf., Hirschberg, Muckenhof-Kp., Luzerier und einer Einschichte)   772 m Seehöhe
Chrobold war Gemeindesitz und Pfarrdorf.
Dort, wo die Böhmerwaldberge zur Sprachgrenze hin auslaufen, liegt in reizvoller Landschaft das Dorf Chrobold. Geschichtlich nachgewiesen ist es ein sehr altes Dorf. Der Eisenbahnanschluß nach Prachatitz und Wallern, sowie die Omnibuslinie nach Krummau begünstigten die Verkehrslage. Zwischen Bahnhof und der Ortschaft fließt im Tal der Goldbach.
Zum Pfarrgemeindebereich gehörten Chrobold, Luzerier, Haberles, Planskus und Zaborsch. Im Jahr 1939 waren das insgesamt 1083 Katholiken.
Im 14. Jahrhundert soll als erster Ortsteil „Goldbach“ entstanden sein. Archivales Schrifttum spricht davon, dass einst auf der Lederhofer Brandstatt eine Siedlung namens Dietrichsreuth stand, die nach dem damaligen Gründer Abt Dietrich vom Kloster Goldenkron benannt war und einem Brandfall – vielleicht daher die Bezeichnung „Brandstatt“ – gänzlich zum Opfer fiel.
Neben den Bauern und Arbeitern, einem kleinen Teil Beamten und Angestellten, gab es im Ort fast sämtliche Handwerkszweige. Auch ein Zahnarzt war ansässig. Weitere Erwerbsquellen boten das Holzfuhrwerk, ein Sägewerk, eine Ziegelei und in den Wintermonaten das genossenschaftliche Flachsbrechhaus.
Unweit von Chrobold steht die Wallfahrtskapelle „Hl. Brünnl“. Eine dreiklassige Volksschule mit acht Schuljahrgängen bot zur damaligen Zeit eine gute Schulbildung. Die besondere Pflege galt neben den kirchlichen und kulturellen Belangen, dem Brauchtum, der Musik und dem Gesang. Gute Nachbarschaft, Geselligkeit und Humor bestimmten das Zusammenleben in einer fröhlichen Dorfgemeinschaft.

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