Leitartikel zum Februar-Heimatbrief 2018

Die Faschingszeit ist da!

Aus beruflichen Gründen konnte ich mich im alten Jahr nicht bei allen persönlich bedanken, die zum Gelingen unseres Heimatbriefs und unserer vielen Aktivitäten beigetragen haben, daher auf diesem Wege ein herzliches Dankeschön – auch allen Leserinnen und Lesern sei für Ihre langjährige Treue gedankt!
So schnell die Feiertage und der Jahreswechsel vergangen sind, so schnell ist auch schon wieder die Faschingszeit da, die für den alten Böhmerwald eine prägende war. Wer erinnert sich nicht an die eigene Kindheit zurück, an die Faschingsfeste in Kindergarten und Schule, an die meist billig selbstgeschneiderten Kostüme, Papierschlangen, Lampions und Faschingsumzüge? Wie war es damals, vielleicht noch vor und während der Kriegszeit im Böhmerwald, wie nach dem Neubeginn nach Kriegsende, wie hat es sich über die Jahre entwickelt? Manches hat man bei den eigenen Kindern und Enkelkindern nochmals erleben dürfen, manche pflegen die Faschingsbräuche auch im Erwachsenenalter, für viele ist es eine Zeit wie jede andere.
Für mich sind die alten Faschingsbräuche ein Zeichen, dass es auch eine Zeit geben soll, in der man sich etwas gönnt, in der auch manches erlaubt ist, was sich üblicherweise „nicht gehört“. Wer sich wann eine solche „Auszeit“ vom Alltag nehmen will und kann, ist heute nicht mehr so klar festgelegt. Es gibt Bälle während des gesamten Jahrs, Faschingskrapfen sind Alltagsware geworden, die Mode lässt (fast) alles zu und die sogenannte Spaßgesellschaft treibt permanent ihr Unwesen. So kann heute jeder selbst entscheiden, wann für ihn der persönliche Fasching ist – und so wird er von den einen zum Lebensmotto erhoben und von anderen gänzlich ignoriert.
Für mich persönlich bedeutet Fasching im heurigen Jahr, in dieser Zeit die „heiße“ Phase eines großen beruflichen Projekts erfolgreich abschließen zu können und mir dennoch Zeit zu nehmen für meine Lieben, mit ihnen zu spielen und zu lachen und die Zeit zu genießen, die ich mit ihnen verbringen kann.
Wie schon berichtet, freuen wir uns über die Fertigstellung unseres Prachatitz-Films – mein Dank gilt allen daran Beteiligten, vor allem dem Filmemacher Edwin Bude, der Erzählerin Frau Dr. Margit Weber und unserem unermüdlichen Ehrenmitglied Berta Ring. Das Interesse an diesem Film war überwältigend und wir hoffen, in den nächsten Wochen alle bestellten Filme ausliefern zu können.
Besonders freut es mich auch, dass ich bei der Weihnachtsfeier des Böhmerwaldbunds Wien eine Urkunde an Obmann Direktionsrat i.R. Franz Kreuss übergeben konnte, die ihn als unser neues Ehrenmitglied auszeichnet. Er hat in vielen Arbeitsstunden die Ausstellung über Rosa Tahedl gestaltet und damit einen wesentlichen Beitrag für unsere Aktivitäten im vergangenen und heurigen Jahr geleistet.
Die neue Ausgabe des Böhmerwäldler Heimatbriefs soll Ihnen auch heute wieder Freude bereiten und eine kleine „Auszeit“ ermöglichen!

Mit herzlichen Grüßen!
Gernot Peter

1. Vorsitzender und Heimatkreisbetreuer