65. Heimatkreistreffen am 2./3. Mai 2015 in Ingolstadt

von Karl Swihota

Samstag 2. Mai

Mitgliederversammlung

Um 10 Uhr eröffnete der 1. Vorsitzende Karl Swihota die Versammlung in Oberhaunstadt und begrüßte die Anwesenden, besonders den Ehrenvorsitzenden Rudi Paulik und das Ehrenmitglied Berta Ring. Als Gast konnte Rudolf Hartauer, ein entfernter Nachkomme des Schöpfers des Böhmerwaldliedes begrüßt werden.
Die Versammlung gedachte in einer Schweigeminute der verstorbenen Böhmerwäldler, insbesondere des langjährigen Museumsleiters und Ehrenmitglieds Johann Draxler.

Der Vorsitzende berichtete über Termine, die er im Jahr 2014 wahrgenommen habe, so am 27. Juli 2014 den Gottesdienst an der Bischof Neumann Kapelle am Dreisessel, die Wallfahrt zur Tussetkapelle am 15. August in Philippsreut und am 23. August die Wiedereinweihung der Steinbergkapelle bei Kuschwarda.

Das Thema des letzten Jahres hieß: „In Gottes Namen – Die Böhmerwäldler und ihr Glaube“. Zum Festakt im Gasthaus „Daniel“ fertigte hierzu Schriftleiter Walter Beutel große Bilder mit Kirchen aus dem Kreis Prachatitz. In den Monatsheften Mai und Juni 2014 stellte Fritz Weiß bebilderte Beiträge mit Kirchen und Wallfahrtsorten im Kreis Prachatitz zusammen.

Sehr gelungen war die Ausstellung im Katharinen-Gymnasium mit dem Thema „Böhmerwäldler in Ingolstadt“, konzipiert von sechs Schülern unter Anleitung von drei Lehrkräften.
Ein weiterer Höhepunkt war die Weihe einer Reliquie von Bischof Neumann im Heimatmuseum Prachatitz durch Domkapitular Alois Ehrl, der auch den Gottesdienst mit Pater Hadrian in der Asamkirche zelebrierte.

Kassier und Schriftleiter Walter Beutel berichtete über die Vermögensverhältnisse des Vereines und lobte die Zusammenarbeit mit den Ortsbetreuern. Allerdings haben etliche Orte keinen Betreuer mehr. Kassenprüfer Helmut Paulik bescheinigte Walter Beutel eine einwandfreie Kassenführung und schlug die Entlastung vor. Die Entlastung erfolgte einstimmig für den Kassier und auch für die Vorstandschaft.

Adolf Paulik sprach über guten Besuch des Heimatmuseums, vor allem bei der Nacht der Museen.
Da sich in letzter Zeit des Öfteren junge Böhmerwäldler für ihre Vorfahren interssieren, soll künftig in den Heimatbriefen ein Abschnitt über Familienforschung eingerichtet werden.

Karl Swihota, Vorsitzender der Stiftung informierte über die finanziellen Leistungen der Stiftung im Jahr 2014. Der Stiftungsvorstandschaft wurde Entlastung erteilt.
Vorsitzender des Stiftungsrates Edmund Schiefer trug Anträge über neue Zuschüsse vor. Kontrovers diskutiert wurde über die Zukunft der Stiftung und des Vereins. Beschlüsse wurden nicht gefasst.

Karl Swihota wies noch auf die 30. Wallfahrt zur Tussetkapelle in Philippsreut am 15. August hin.

Empfang im historischen Rathaussaal

Bürgermeister Sepp Mißlbeck begrüßte um 16.30 Uhr Teilnehmer des Böhmerwaldheimatkreises Prachatitz e.V., den Heimatkreisbetreuer und zahlreiche Ehrengäste, darunter Altoberbürgermeister Peter Schnell mit seiner Tochter Simona Rottenkolber, den Ehrenvorsitzenden des Böhmerwaldheimatkreises und den als Hauptredner eingeladenen Volksgruppensprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaften Bernd Posselt. Die geladenen Ehrengäste, das Ehepaar Alois und Edith Berger mussten aus privaten Gründen leider absagen.
Bürgermeister Mißlbeck erinnerte u.a. in seiner Rede an die große Zahl von Vertriebenen und deren schnelle Eingliederung in Bayern und lobte die fleißige Mitarbeit beim Aufbau der Wirtschaft nach dem 2. Weltkrieg.
Nach der Begrüßung der Anwesenden und Ehrengäste durch Karl Swihota befasste er sich mit dem Kriegsende am 8. Mai 1945 und gab einen kurzen Rückblick auf die Verhältnisse von 1945 bis 1949 in einer Kleinstadt wie Deggendorf.
Volksgruppensprecher Bernd Posselt sprach aus seiner reichen Erfahrung für die Landsmannschaft und ging auf die Kritik hinsichtlich der teilweisen Änderung der Satzung ein, die mit einer Mehrheit von 71 Prozent verabschiedet wurde. Inzwischen konnte auch das, vor fünf Jahren vom bayerischen Kultusminister Spänle und Bernd Posselt entworfene Kulturabkommen zwischen der Tschechischen Republik und Bayern im Beisein vom tschechischen Kultusminister Daniel Hermann in Prag unterzeichnet werden. Die Teilnehmer bedachten die Rede von Bernd Posselt mit viel Applaus.

1. Vorsitzender Karls Swihota links vom Blumenschmuck, zu seiner Rechten Bernd Posselt


Sonntag 3. Mai

Festgottesdienst und Festakt

Pater Hadrian in der Asamkirche

Den Festgottesdienst zelebrierte Pater Hadrian vom Kapuziner-Konvent um 10 Uhr in der Asamkirche. Pater Hadrian
erwähnte das Verbrechen der Vertreibung. Als Christ sollte man trotzdem die Versöhnung mit den Tschechen versuchen.
Leider konnte der Böhmerwaldsingkreis wegen fehlender Zweitstimmen keine Messe singen. Mit Orgelbegleitung sangen wir die Schubert-Messe. Anschließend gedachten wir am Denkmal an der Franziskanerkirche des Hl. Bischof Nepomuk Neumann und der verstorbenen Böhmerwäldler. Danach nahmen wir im Gasthaus „Daniel“ das Mittagessen ein. Den Festakt um 14 Uhr eröffnete der Böhmerwaldsingkreis unter der bewährten Leitung von Gabi Strobl und erfreute die Anwesenden später noch mit dem „Lusenlied“ und dem „Zeiserl“.
Zu dem Jahresthema „Technik und Industrie halten Einzug in den Böhmerwald“ gab Karl Swihota einen kurzen Überblick über die Geschichte der Glashütte Adolf bei Winterberg und die der Kraliks in Eleonorenhain. Ein weiteres weltberühmtes Unternehmen war die Verlagsanstalt Steinbrener in Winterberg, die wunderbar gestaltete Gebetbücher und Jahreskalender druckte. Mit dem Einmarsch der Deutschen im September 1938 verboten die Nazis die Herstellung von Gebetbüchern. Nach Ende des 2. Weltkrieges enteigneten die Tschechen die Familie Steinbrener und vertrieben sie aus der Heimat. Zwei bedeutende Unternehmen wurden von den Tschechen zerstört.
Nach dem Vortrag unterhielten sich die Besucher noch angeregt. Gegen 16 Uhr machten sich die Festteilnehmer auf den Heimweg.

Vor dem Denkmal des Hl. Bischof Johann Nepomuk Neumann.